Geschmacksführer: Carcavelos Weinfass

Carcavelos ist ein fortifizierter Wein aus Portugal. Unter den vier großen portugiesischen Likörweinen (Port, Madeira, Moscatel de Setúbal und Carcavelos) ist er sicher der am wenigsten bekannte und auf jeden Fall der seltenste. Dies liegt nicht an seiner Qualität, die unter Kennern sehr geschätzt wird, sondern vor allem daran dass die gleichnamige nördlich der Tejomündung und westlich von Lissabon gelegene DOC, in der er erzeugt wird, mit 32 ha Anbaufläche (!) die kleinste in Portugal ist
Der Carcavelos ist ein Verschnitt aus bis zu 8 verschiedenen weißen und roten Rebsorten. Der fertige Wein muss einen Anteil von zumindest 75 % Trauben der weißen Sorten Galego Dourado, Ratinho und Arinto, sowie der roten Trauben Castelão und Preto Martinho enthalten. Die verbleibenden 25 % verteilen sich auf die Weißweinsorten Rabo de Ovelha und Seara Nova sowie auf die rote Trincadeira. Der Rebertrag ist auf 55 Hektoliter pro Hektar begrenzt. Das Mischungsverhältnis sowie die Vinifizierung insbesondere der Rotweine unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller, sodass ein Carcavelos sowohl im Geschmack als auch in der Farbe unterschiedlich sein kann. Das Farbspektrum, auch abhängig vom Alterungs- und Oxidationsgrad, reicht von hell cognacfarben bis dunkel braunrötlich. Die häufigste Farbe eines ausgereiften Carcavelos ist ein satter Topaston.
Die Herstellung dieses Weines unterscheidet sich wesentlich von der anderer Likörweine: Die einzelnen Sorten werden getrennt gelesen und trocken ausgebaut. Die Behandlung der roten Trauben, insbesondere die Dauer der Maischegärung ist unterschiedlich, wodurch das spätere Produkt in Hinblick auf Farbe und Geschmack stark beeinflusst wird. Ein Teil des Mostes (meist der der besonders süßen weißen Galego Dourado – vinho abafado genannt) wird halbvergoren auf kleine Fässer gezogen und sofort gespritet, um die Restsüße zu erhalten. Nach abgeschlossener Gärung werden die Weine verschnitten, der zuvor beiseite gestellte süße Most hinzugefügt und die Cuvée auf mindestens 16, meist aber 19–20 Volumenprozent mit reinem Weingeist aufgespritet. In kleinen Eichenfässern reift sie danach mindestens drei, meist aber fünf Jahre und länger, bevor sie auf Flaschen gezogen wird und noch einmal zumindest sechs Monate lagert, ehe sie in den Verkauf gelangt. Zurzeit werden jährlich maximal 40 000 Liter dieses Weines erzeugt.
Ein Carcavelos kann trocken, halbtrocken oder halbsüß ausgebaut werden, die meisten modernen Produkte sind halbtrocken. Er weist Aromen von Nüssen, Vanille, Tabak, Mandeln sowie von Trockenfrüchten auf und verfügen über eine gute Säurestruktur. Er erinnert etwas an einen guten Tawny Port, mit dem dieser Weintyp in früheren Zeiten auch verschnitten wurde. (From Wikipedia, the free encyclopedia)

Carcavelos Weinfässer werden in der Whiskyindustrie extrem selten eingesetzt. Das liegt sicher vor allem an der Unbekanntheit dieses Likörweins und der schlechten Verfügbarkeit der Fässer. Die Kilchoman Destillerie, die schon sehr gute Erfahrungen mit den anderen drei portugiesischen Likörweinen und mit Likörweinen aus anderen Ländern wie jüngst dem Maury gemacht hatte, konnte aber vor wenigen Jahren einige Carcavelos Fässer aus einer portugiesischen Küferei erwerben.

Die ersten Einzelfassabfüllungen sollen ab Mai 2026 erscheinen. So wird zum Beispiel das „Be a Bottler“ Fass der gleichnamigen Veranstaltung beim Kilchoman Open Day während des Fèis Ìle 2026 ein Carcavelos Fass sein.