28.5.2020 – Kilchoman Am Bùrach erschienen

Der heutige 28. Mai war als Kilchoman Open Day beim virtuellen Fèis Ìle 2020 nicht nur geprägt von einer Vielzahl ausgezeichneter Online-Beiträge der Destillerie (wir berichteten), sondern auch offizieller Verkaufsstart der zweiten Limited Release des Jahres 2020: Am Bùrach.

Hinter dem geheimnisvoll klingenden Namen verbirgt sich die Geschichte eines Unfalls. Im Jahre 2014 führte ein Bedienfehler an den Ventilen der von Kilchoman zum Verheiraten der Fässer der größeren Releases genutzten beiden Vatting Tanks dazu, dass sich der Inhalt der beiden Tanks miteinander vermischte. In dem einen befand sich gerade eine Charge Machir Bay in dem anderen die für 2014 angekündigte erste Portwein-Release von Kilchoman. Anthony Wills zeigte sich alles andere als begeistert von dem Vorfall, seine englische Bezeichnung „a mess“ wurde von General Manager Islay Heads mit „Am Bùrach“ ins Gälische übersetzt und gab dem Ganzen so zumindest einen poetisch klingenden Namen. Wie auch immer, zum Wegkippen war dieser unfreiwillige Blend natürlich zu schade und so entschloss man sich, ihn zurück in gebrauchte Bourbonfässer zu füllen und wieder einzulagern, um später zu entscheiden, was man daraus machen könnte. Die Portwein-Release erschien dann 2014 übrigens in einer deutlich kleineren Auflage als angekündigt, offensichtlich hatte man jetzt nicht mehr so viele Portweinfässer übrig.

Nach 6 Jahren Lagerung befand Anthony Wills, dass sich der Inhalt dieser Fässer zu einem durchaus leckeren Whisky entwickelt hatte, zur endgültigen Abrundung und um den fruchtigen Charakter noch etwas zu verstärken, wurde er dann noch für 6 Monate in kleinen 100l-Ruby Port-Fässern nachgereift.

In Kürze werden wir also einen Whisky verkosten können, der insgesamt über 9 Jahre in einer ungewöhnlichen Mischung aus Bourbon-, Portwein- und Oloroso-Sherryfässern lagerte. Auf das Ergebnis dürfen wir gespannt sein.

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Die erst Anfang 2014 in Betrieb genommenen Vatting Tanks von Kilchoman