Kilchoman „unpeated“ Sherry Hogshead 553/2012 for Berry Bros. & Rudd

Fass-Nr.: 553/2012

Fassart: Sherry Hogshead

Fass befüllt: 28.08.2012

Flaschenabfüllung: 13.12.2019

Alter: 7 Jahre

Alkoholstärke: 56,5 %

Phenolgehalt im Gerstenmalz: 0 ppm

Flaschenanzahl: 326 Flaschen

Flaschengröße: 0,7 l

Vertrieb: Großbritannien

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Wegen eines technischen Schadens an der Kiln produzierte Kilchoman im Spätsommer 2012 für eine kurze Zeit aus der farmeigenen Gerste einen »ungetorften« Whisky (wir berichteten).
Da der »low wines und feints receiver« aus dem bekanntlich die Spirit Still befüllt wird, nach den abwechselnd laufenden Brenndurchgängen mit getorftem Port Ellen-Malz nach Ardbeg-Spezifikation nicht aufwendig zwischendurch geleert wurde, ergab sich allerdings ein Whisky mit einer leichten Torfrauchnote, weshalb Kilchoman den Begriff »ungetorft« in Anführungszeichen verwendet. 75 Fässer wurden mit dieser Rarität befüllt.
Im Dezember 2019 wurden die ersten zwei Fässer davon abgefüllt und im Februar 2020 veröffentlicht. Es handelt sich um zwei Sherry Hogsheads in denen der Whisky für gut 7 Jahre lagerte. Neben dem hier aufgeführten Fass 553/2012 für den bekannten britischen Wein- und Spirituosenhändler Berry Bros. & Rudd konnte man den Inhalt des Fasses Nr. 554/2012 bei der schwimmenden Whiskymesse »Viking Cinderella Whisky Fair« (13.-15.2.2020) verkosten und für 999 Schwedische Kronen kaufen.

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Geschmacksnotizen

Archer:

Nase:
Würziger Räucherspeck, Getreide, frischer Hefeteig und – Rauch. Schöne Gewürznoten, Leder, Tabak, dunkle Schokolade. Rosinen, Trauben, Brombeeren. Die Nase ist sehr angenehm und ausgewogen, was das Verhältnis Würze/Rauch und Frucht anbelangt.

Geschmack:
Cremiger, beinahe weicher und samtiger Antritt. Klar, da ist Kraft dahinter, 56.5% hinterlassen Eindruck. Aber man hat das Gefühl, als würde er seine Kraft nicht gänzlich ausspielen, sondern sich vielmehr in sorgsamer Zurückhaltung üben. Steht ihm jedenfalls bestens, so können sich würziger Rauch, Teer, Seetang, Lakritz und Toffee frei entfalten. Weniger frucht-süß als in der Nase, was aber in keinster Weise von Nachteil ist. Subtil Rosinen und Zuckerrübensirup, Malz.

Abgang:
Wird hinten raus trocken, aschig und leicht zitronig. Eine salzige Meeresbrise, getrockneter Seetang, Pfeffer, Curry und ein Chutney mit Rosinen.

Fazit:
Nicht wirklich ‚unpeated‘, was aber nicht weiter verwunderlich ist, da der low wines and feints receiver, der noch „Stoff“ von vorherigen Brenndurchgängen (mit getorftem Malz) beinhaltete, nicht extra geleert wurde, bevor die Brennblase für den Unpeated angeschmissen wurde. Leckeres Ding mit nicht zu sehr auftragenden Sherrynoten.

88/100